
Mit Hunden achtsam unterwegs
Das Wohlergehen von Menschen und Tieren war mir schon immer eine Herzensangelegenheit.
Schon als Kind faszinierte mich die Verbindung zwischen Mensch und Tier. Besonders Hunde berühren mich bis heute tief – mit ihrer feinen Kommunikation, ihrer Ehrlichkeit und ihrer Fähigkeit, Beziehungen auf eine ganz besondere Weise zu gestalten.
Viele Jahre begleitete mich dieses Interesse neben meinem Büroalltag durch zahlreiche Kurse, Seminare und Weiterbildungen.
Lange Zeit war ich vor allem mit Pferden unterwegs. Sie haben mich viel über Achtsamkeit, feine Kommunikation, Vertrauen und Beziehung gelehrt.
Der Wunsch nach einem eigenen Hund war jedoch immer da.
Der entscheidende Wendepunkt kam jedoch mit meinem ersten eigenen Hund.
Mein erster Hund
2017 zog mein erster Hund bei uns ein – ein Hund aus dem Tierschutz, der bereits sehr früh in seinem Leben Verlust und Unsicherheit erfahren hatte.
Ich wollte von Anfang an alles richtig machen und meldete mich mit ihm in einer Hundeschule an.
Doch statt wirklich zu verstehen, was hinter seinem Verhalten stand, hörte ich vor allem, dass er nicht ganz einfach sei.
Rückblickend weiss ich heute, wie wichtig es gewesen wäre, seine Geschichte, seine Bedürfnisse, seine rassespezifischen Anteile und seine Unsicherheiten ganzheitlich zu betrachten.
Ein neuer Blick auf Verhalten
Auf der Suche nach einem anderen Weg stiess ich schliesslich auf TSCHiGi.
Der erste Termin bestand hauptsächlich aus Theorie – und dennoch veränderte sich unser gemeinsames Leben ab diesem Moment grundlegend.
Zum ersten Mal wurde nicht nur auf das Verhalten meines Hundes geschaut, sondern auf ihn als Ganzes.
Seine Herdenschutzanteile als Maremmano-Mix, seine grosse Verlustangst, seine Unsicherheiten und unsere gemeinsame Lebenssituation wurden miteinbezogen und verstanden.
Nicht Kontrolle oder Gehorsam standen im Vordergrund, sondern Beziehung, Verständnis, Sicherheit und Vertrauen.
Wir trainierten nie klassische Kommandos wie „Sitz“ oder „Platz“ – und trotzdem wurden wir im Alltag ein immer stärkeres Team.
Durch gegenseitiges Verständnis, gemeinsame Erfahrungen und ein bedürfnisorientiertes Zusammenleben wuchsen wir Schritt für Schritt zusammen.
Diese Erfahrung hat meinen Blick auf Hunde und Verhalten nachhaltig verändert.
Mein heutiger Weg
Schon damals wusste ich, dass ich diesen Weg irgendwann selbst vertiefen möchte.
Nach dem Verlust meines ersten Hundes dauerte es eine Zeit, bis wieder ein Hund bei uns einzog.
Doch der Wunsch nach einem tierischen Familienmitglied wurde – besonders auch für unsere Tochter – immer grösser.
So zog erneut ein Hund aus dem Tierschutz bei uns ein.
Dieses Mal brachte er keine Verlustängste mit, sondern grosse Unsicherheiten, Ängste und Folgen früher Deprivationserfahrungen.
Mit ihm begann ich im September 2024 den theoretischen Teil meiner Ausbildung zur TSCHiGi-Hundeverhaltensberaterin.
Von Mai 2025 bis Januar 2026 folgten der praktische Teil der Ausbildung sowie das Praktikum.
In dieser Zeit durfte ich unglaublich viel über Hunde, ihre Sprache, ihre Bedürfnisse und ihre feine Art zu kommunizieren lernen.
Vor allem lernte ich, Verhalten nicht zu bewerten, sondern Zusammenhänge zu erkennen und Hunde ganzheitlich zu betrachten.
Meine Haltung
Oft erwarten wir von unseren Hunden, dass sie sich vollständig an unser Leben anpassen.
Dabei vergessen wir manchmal, dass Hunde eigene Bedürfnisse, Grenzen, Emotionen und eine ganz eigene Sprache haben.
Wir Menschen lernen verschiedene Sprachen und sind stolz darauf, mehrsprachig zu sein – von unseren Hunden erwarten wir jedoch oft selbstverständlich, dass sie unsere Welt verstehen.
Dabei übergehen wir häufig ihre Individualdistanz, ihre Bedürfnisse nach Ruhe, Sicherheit oder Rückzug und verlangen gleichzeitig, dass sie in unserem oft hektischen Alltag funktionieren.
Für mich bedeutet bedürfnisorientierte Begleitung deshalb nicht Kontrolle oder Dominanz, sondern gegenseitiges Verständnis, Beobachtung und ein achtsames Miteinander.
Stresssymptome, Unsicherheiten oder Konflikte entstehen nicht, weil Hunde „schwierig“ sind, sondern oftmals weil ihre Bedürfnisse langfristig übersehen werden.
Mir ist es wichtig, Menschen einen anderen Blick auf Hunde zu ermöglichen – einen Blick voller Verständnis, Respekt und Beziehung.
Denn nur wenn wir beginnen, Hunde wirklich zu verstehen, können Mensch und Hund gemeinsam entspannt und vertrauensvoll durchs Leben gehen.
Aus- und Weiterbildungen
Regelmässige Weiterbildungen und fachlicher Austausch sind für mich ein wichtiger Bestandteil meiner Arbeit.
Mehr zu meinen Aus- und Weiterbildungen findet ihr auf der entsprechenden Seite.
Weitere Herzensarbeit
Nebst meiner Arbeit mit Mensch-Hund-Teams begleite ich seit vielen Jahren auch Menschen und Tiere im Bereich Gesundheit und Wohlbefinden.
Mehr dazu findet ihr unter:
